Sie sind hier: Aktuelles

Aktuelle IBK-News



40 Bürgerinitiativen laden zum Kongress


Einigkeit und Recht und Freiheit – der etwas aus der Mode gekommene Wahlspruch der Bundesrepublik Deutschland wird von 40 Initiativen aus Deutschland und Europa im Kampf gegen den Bahnlärm praktiziert. Vom Fehmarnbelt bis nach Italien treffen sich die Netzwerk-Spitzen auf dem „Schlips & Kragen-Kongress“ mit hochrangigen Wissenschaftlern, Technikern, Bahnvertretern und politischer Prominenz. Mit Hilfe von Experten will das Netzwerk die Bahnlärmfragen aufbereiten und die notwendigen Entscheidungsgrundlagen erarbeiten, damit es mit modernem Lärmschutz endlich vorangehen kann. Der Kongress spricht sich für eine moderne und zukunftsfähige Bahn aus, deren Schwachstelle Bahnlärm auf ein erträgliches Maß reduziert werden muss, damit das Unternehmen in der Bevölkerung Akzeptanz und Unterstützung findet. Der Kongress ist ein Geschenk der Bürger an die Politik, denn Politiker haben in der Regel weder die Zeit noch die Gelegenheit, sich so umfassend mit einem Thema zu beschäftigen. „Das Immissionsrecht ist zu einem Schaufenster-Gesetz verkommen, das heißt, es gibt so etwas, aber wirksam ist es nicht“, sagt Sibylla Windelberg, Vorsitzende der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm, die eine sofortige Novellierung der Gesetze und Vorschriften fordert. „Die Politik ist gefordert, die Bahn im positiven Sinne in die Schranken zu weisen, damit ihr verwöhntes Kind, aus dem so nichts werden kann, endlich eine Chance bekommt, unsere Verkehrsprobleme zu lösen“, fügt Kongressleiter Frank Gross hinzu. Ein spannender Kongress wie die nachfolgenden Details zeigen:

Minister Ramsauer schickt seinen besten Mann
Dr. Jens Klocksin, Referatsleiter „Lärmschutz Schiene“ im Bundesverkehrsministerium wird Minister Ramsauer auf dem Internationalen Bahnlärmkongress in Boppard vertreten. Der Verkehrsminister wünschte dem Kongress in seinem Schreiben einen guten Verlauf.

Peter Androsch spricht über „Hörstadt“ und das „Akustische Manifest“
Wie kein Zweiter steht er für den Kampf gegen den Lärm. Die Rede ist von Peter Androsch, Komponist und künstlerischer Leiter der Kulturhauptstadt Linz 2009. Androsch ist Verfasser des „Akustischen Manifests“ und Kämpfer für die Demokratie des Hörens: „Jeder hat das Recht, das zu hören, was er will!“, sagt er und fügt hinzu: „Wer arm ist, lebt im Lärm – diese Tatsache werden Sie in ganz Europa bestätigt finden“. Als Musiker kennt er die Freuden, die über das Gehör die Seele des Menschen erreichen, aber auch die unmenschlichen Schmerzen, die der Lärm über das Ohr dem Körper zufügen kann. Androsch verleiht dem Anliegen Lärmschutz eine europäische Dimension.

Grußwort von Minister Hering, Rheinland-Pfalz
Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering, der sich immer mehr für den Lärmschutz im Mittelrheintal engagiert und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen mit erstaunlichem Fachwissen aufwarten kann, wird auf dem Kongress für das Land Rheinland-Pfalz, ein Grußwort sprechen.

Bahnchef Grube entsendet Konzernbeauftragten Udo Wagner zum Kongress
Für die Deutsche Bahn AG wird Udo Wagner, der Konzernbeauftragte für Rheinland-Pfalz und das Saarland, am Internationalen Bahnlärm-Kongress teilnehmen.

Umweltbundesamt mit starker Delegation vertreten
Sie nehmen Lärmschutz wirklich ernst: das Umweltbundesamt hat in beispielhafter Unabhängigkeit Lärmstudien auf den Weg gebracht und zeigt in seiner neuesten Studie zum Thema Bahn auch, wie wenig von Prestigeprojekten wie Nürnberg-Erfurt oder Stuttgart 21 zu halten ist. Das Thema „Lärm macht krank“ ist beim UBA seit langem ein Thema, weil es jedem verständigen Menschen einleuchtet, dass ohne Erholung und Schlaf irgendwann jeder Körper schlapp macht. UBA-Mitarbeiter in leitender Funktion sind auf dem Kongress vertreten. Ob auch Präsident Jochen Flasbarth auf dem Kongress vertreten sein wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Professoren Greiser und Spreng, die medizinische Flügelzange gegen Lärm
Der eine, Prof. Dr. Eberhard Greiser, ist Epidemiologe, der andere, Prof. Dr. Manfred Spreng, Physiologe. Was Lärm mit den Menschen macht, berichten beide aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die oft abgesprochene Kausalität der Einwirkung von Lärm auf die Gesundheit des Menschen lässt sich in beiden Disziplinen nachweisen, vor allem aber durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter untermauern. Dazu braucht es allerdings die Unabhängigkeit der Forschenden, und die ist bei diesen Referenten des Kongresses zum Thema „Lärm macht krank“ gegeben.

Prof. Dr. Thomas Leif vom SWR-Fernsehen moderiert
Der Chefreporter des SWR Mainz ist Journalist und Buchautor in den Themenfeldern Demokratieentwicklung, Partizipation und Lobbyismus. Ehrenamtlich engagiert er sich Im „Netzwerk Recherche“, einem Verein investigativ arbeitender Journalisten, sowie im Netzwerk Transparency International. Bekannt ist Thomas Leif unter anderem auch durch seine politische Talkshow „2+Leif“.

„Toller“ Hecht verspricht 25(A) Lärmminderung
Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht ist Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge an der TU Berlin und so etwas wie der „Eisenbahn-Papst“, wenn es um Fragen des Lärmschutzes geht. Er hat unter anderem das lärmarme Güterwagen-Drehgestell LEILA mit entwickelt und weiß, was sich zwischen Rad und Schiene abspielt, wenn dort ungeheure Energien in Schall umgewandelt werden.
Zum Kongress kommt er mit der kühnen These: „25 dB(A) Lärmminderung sind ohne weiteres möglich.“


Dirk Flege, Allianz pro Schiene, auf dem Kongress vertreten
Dass sich der Kongress nicht gegen die Bahn richtet, sondern ganz im Gegenteil für ein modernes und wettbewerbsfähiges Güterverkehrssystem auf der Schiene plädiert, zeigt nicht zuletzt auch die Anwesenheit von Dirk Flege, Geschäftsführer von Allianz pro Schiene.
Das Bündnis zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs plädiert seit Jahren für besseren Lärmschutz, wohl wissend, dass der Schienenlärm die Achillesferse der Deutschen Bahn ist, die ansonsten in Sachen Umweltschutz glänzen könnte.

Parteien und Bundestagsabgeordnete setzen Prioritäten unterschiedlich
Manche sind groß im Absagen, andere kommen in Scharen. Da gibt es die „Was mischen sich die Bürger ein?“-Fraktion und die „Endlich zeigen die Bürger Demokratiebereitschaft“-Stimmen.“
Nun, das Wochenende verbringt natürlich niemand gerne auf einem Kongress, der einen parteiübergreifenden Konsens in Sachen Lärmschutz fordert und deshalb auch kein parteipolitisches Agieren zulassen will. Wer dabei war und wer nicht, soll aber schon deutlich werden, so Kongressleiter Frank Gross.

100 Bürgermeister erwartet
Gemeinsam sind wir stark – dieses Motto gilt auch für die Gemeindevertreter, deren Städte und Kommunen massiv durch Bahnlärm geschädigt und in ihrer Entwicklung negativ beeinflusst werden. Die Attraktivität einer Stadt steht und fällt mit ihren Lebensbedingungen. 100 dB(A) laute Züge sind da ein Schlag ins Gesicht. Deshalb erhält der Kongress großen Zuspruch aus Städten und Kommunen, die viel mehr bewirken können, als den meisten bewusst ist.

Neues in Sachen Lärmschutz
Innovation in Sachen Lärmschutz wird auf dem Kongress großgeschrieben. Innovative Maßnahmen werden dort von ausgewählten Unternehmen vorgestellt. Als Lösung sind angesichts der hohen Lärmwerte vor allem Kombinationen von Maßnahmen notwendig, die je nach Landschafts-, Bau- und Akustikverhältnissen individuell für die jeweiligen  Bauabschnitte selektiert werden müssen.

Mit neuer Niere auf dem Kongress
Kaum hatte er die Niere seiner Frau transplantiert bekommen, war er auch schon wieder im Arbeitskreis zur Vorbereitung des Kongresses dabei. Das ist eine von den Geschichten, die sich um den oft pausenlosen Einsatz der Lärmgegner ranken und die hier stellvertretend für alle die Mühen, die ein solches ehrenamtliches Engagement für alle, die dabei mitmachen, bringt. Die Mitmenschlichkeit ist ein hartes Brot, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Länder durch Verkehrs- und Umweltämter stark vertreten
Das Gerücht, Bahnlärm sei Sache der Bahn und des Bundes, ist, wenn man so will, zwar formell nicht falsch, doch wenn es darum geht, die eigenen Menschen zu schützen und die Regionen vor dem Untergang zu bewahren, dann ist jeder zuständig. Entsprechend gut ist auch die Resonanz aus den Ministerien der Bundesländer, jedenfalls aus denen, die sich in Sachen Bahn nicht zu verbiegen brauchen und erkannt haben, dass es hier pro Bahn, pro Land und vor allem um die Gesundheit der Menschen geht.

Vorbild Schweiz: Spitzen der Schweizer Lärmschutzinitiativen vertreten
In Sachen Lärmschutz kann die Schweiz dem übrigen Europa etwas vormachen. Bereits seit den 1950er-Jahren sind Lärmschützer in der Schweiz unterwegs und haben beispielsweise bei der Eisenbahn dafür gesorgt, dass das ganze Land saniert ist und die meisten Fahrzeuge auf lärmarme Bremsen umgerüstet wurden. Hochmoderne Eisenbahnstrecken und eine Jahrhundert-Investition in die Neue Alpentransversale sorgen dafür, dass das Leben in der Schweiz lebenswert bleibt wie eh und je. Die Schweizer wissen, dass nicht die Frage „Was kostet uns die Eisenbahn?“, sondern die Frage „Was hält uns am Leben?“ am Ende zählt. Es wird interessant sein zu hören, was Peter Ettler, Chef der Schweizerischen Liga gegen den Lärm, zu berichten hat.

Dr. med. Gerda Noppeney vertritt Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf e. V.
Die „Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf e. V.“ aus dem Raum Köln-Bonn weiß zu berichten, was es bedeutet, wenn Menschen zum Beispiel durch Fluglärm keine Nacht mehr zur Ruhe kommen. Die Anhäufung von Herzerkrankungen und Bluthochdruck war den Ärzten aufgefallen und deshalb sie sind diesem Phänomen nachgegangen. Mit Hilfe des Umweltbundesamtes wurde schließlich eine epidemiologische Studie auf den Weg gebracht, die den erschreckenden Beweis lieferte, dass in den verlärmten Gebieten die Risiken für Herzinfarkte, Schlaganfälle bis hin zu Krebsleiden erheblich höher lagen als in den weniger vom Lärm betroffenen Wohngegenden. In der Praxis von Dr. med. Noppeney ist es leider keine Seltenheit, dass Menschen an den durch Lärm verursachten Krankheiten versterben.

Initiativen vertreten mehr als drei Millionen Menschen
Es sind die ganz großen Initiativen in Deutschland, die sich im Kampf gegen den Bahnlärm treffen. Vor allem im Rheintal, Europas lautestem Tal, sind es Millionen von Menschen, die sich massiv über den Bahnlärm beschweren. Doch auch in Süd- und Norddeutschland ist das Bahnlärmproblem gewaltig. Vertreten ist zum Beispiel die „Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung“. Die Urlaubsorte auf Fehmarn und am Timmendorfer Strand sollen durch eine feste Beltquerung Tag und Nacht mit Güterverkehr beschallt werden. „Damit wäre unsere Zukunft dahin“, sagt Frauke Redderberg von der Allianz. Spitzenreiter, was Lärmwerte betrifft, ist das Obere Mittelrheintal. Hier hat der Lärm sein Zuhause, sagt Willi Pusch, der seit 15 Jahren dagegen kämpft und anfügt: „Wir wurden immer nur vertröstet und teilweise veräppelt.“ Gleiches droht den Niederrheinern, denen die Betuwe-Route immer mehr Verkehr zu bringen droht, ohne dass dafür entsprechende Lärmvorsorge getroffen wurde. Zusagen von gestern werden heute wieder zurückgenommen und morgen durch neue ersetzt“, sagt Gert Bork von der Initiative „Betuwe – So nicht!“. Schließlich sind es im badischen Raum das IG BOHR-Netzwerk, das ähnlich wie Pro Rheintal die regionalen Initiativen verbindet und gegen den Ausbau der Bahnstrecke am Oberrhein zulasten der Anwohner kämpft. „Hier tobt der badische Lärmaufstand“, sagen Dr. Roland Diehl und Johannes Baumgärtner, zwei der tragenden Stützen des Kongresses, die mit ihren Tausenden von Mitgliedern dieses Ereignis mit ermöglicht haben.
 


Hinweis für Kongressteilnehmer!
Bitte Anmeldungen zum Kongress einreichen und Hotels reservieren, da Plätze begrenzt.


  Melden Sie sich jetzt an!

Online-Formular:
Anmeldung »

IBK-Hotline:
+49 (0) 6742 801069-0

Ansprechpartner:
Dieter Metzger


Newsletter

Sind Sie an wichtigen Neuigkeiten und Änderungen interessiert?

Name:
Email: